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Kreuzdarmbeingelenk

Das Kreuzdarmbeingelenk, Iliosakralgelenk (ISG), SacroIliacalgelenk (SIG), Kreuzbeindarmbeigelenk oder iliosakrale Knochenspalte hat einen ungewöhnlichen, umständlich schwierigen Namen. In den USA wird es kurz als SIJ, Sacro-Iliacal-Joint oder SI-Joint bezeichnet. Die Diagnose Iliosakralsyndrom ist so ernst zu nehmen wie ein Bandscheibenvorfall Prolaps, eine Bandscheibenvorwölbung Protrusion, eine Bandscheiben-Degeneration Diskose/Osteochondrose oder Degenerative-Disc-Disease DDD mit ihren schmerzhaften Lendenwirbelreizungen und Wirbelsäulen- Segmentinstabilitäten.

So umständlich der Name, so unzugänglich versteckt im Becken liegt die eigentliche Kontaktstelle zwischen dem Darmbein Ilium und dem Kreuzbein Sakrum. Die iliosakrale Knochenspalte und ihre umgebenden Faszien sowie dem darunter liegenden Steißbein Coccyx sind über spezielle Faszien- und Knochenrinden-Sensoren das sensible Relais zwischen dem unteren Rücken und dem Hüftgelenk. Hochempfindsame teiweise mehrere Zentimeter dicke Bindegewebsschichten sichern es von hinten, während von vorne der große Beugemuskel des Hüftgelenkes, der Iliopsoas-/Lendenmuskel und der Bauchinhalt zwischen Zwerchfell und Beckenboden zur Stabilisierung dieser sensiblen Dehnungsfuge zwischen dem Kreuzbein und den Beckenschaufeln beiträgt.

Der Piriformis-Hüftmuskel kommuniziert sehr eng mit den Faszien um das Iliosakralgelenk und das Steißbein. Bei Piriformis-Spasmen ("ISG-Blockaden") kann der Piriformis-Muskel den Ischias-Nerv einquetschen und so zu in das Bein ausstrahlenden Piriformis-Ischialgien, Ischias-Nervenschmerzen durch ein Piriformis-Syndrom führen.

Iliosakrale Schmerzen können auch öfter als bekannt durch bestimmte entzündliche Formen von Rheuma, wie z.B. der Sakroiliitis bei einer Bechterew'schen Erkrankung ausgelöst werden. Intensiv quälende Rücken- und Gesäßschmerzen in der zweiten Nachthälfte und frühmorgens können z.B. auf eine entzündliche rheumatische Ursache hinweisen.

Bilder Kreuzdarmbeingelenk

Das Kreuzdarmbeingelenk - die sensible Dehnungsfuge der inneren Hüfte zwischen und Rücken und Bein. Das Kreuzdarmbeingelenk wird auch als Iliosakralgelenk oder ISG bezichnet. Eine typische Diagnose bei Problemen im Iliosakralgelenk ist das Iliosakralsyndrom.

Ein Iliosakralsyndrom oder auch kurz ISG-Syndrom kann verschiedene Ursachen haben:

-  eine Stauchung oder Zerrung im Sport oder bei einem Sturz
-  eine Lockerung während der Schwangerschaft und nach einer Geburt
-  eine andauernde Fehl- und Überlastung durch langes Sitzen
-  ein fortschreitender Verschleiss/Arthrose: Osteoarthritis
-  eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche
-  zunehmend degenerative Veränderungen und  Verklebungen der Faszien
-  ein immunpathogen entzündliches Rheuma, Sakroiliitis, Bechterew.

Es kann belastungs- und bewegungsabhängig schmerzhaft instabil werden - genau so wie zwei benachbarte Lendenwirbel nach einem akuten Bandscheibenvorfall oder durch chronischen Bandscheibenverschleiß.

Ein Iliosakralsyndrom findet sich häufig bei Bandscheibenvorfall Prolaps, Bandscheibenvorwölbung Protrusion, Hüftgelenkseinsteifung durch Coxarthrose/Koxarthrose sowie Arthrose der LWS mit Spinalkanalstenose.

Neu sind die Erkenntnisse über die ISG-Faszien: wahrscheinlich gehen die meisten ISG-Syndrome mit tiefen unteren Rückenschmerzen, Hüftschmerzen und Ischias-Schmerzen auf die ISG-Faszien zurück! Man unterscheidet deswegen heute zunehmend zwischen einem artikulären und einem faszialen ISG-Syndrom. Beim artikulären sind Veränderungen unter dem Gelenkknorpel des Kreuzdarmbeingelenks die Schmerzursache, während beim faszialen eher die mächtigen Faszien und vor allem ihre Verankerungen in der Knochenrinde (Periost) des Iliosakralgelenks zu suchen sind. Statt "fasziales" ISG-Syndrom gibt es auch die Bezeichnung "enthesitisches & enthesiopathisches" ISG-Syndrom. Diese neuen Erkenntnisse und diagnostischen Differenzierungen haben fundamentale Auswirkungen auf die bildgesteuerte gezielte Therapie der ISG-Schmerzen einschließlich der arthrotischen, arthritischen, enthesitischen und myofaszialen ISG-Blockaden mit und ohne Piriformissyndrom!

Sicher gehen mindestens 1/3 der tiefsitzenden Rückenschmerzen auf das Konto dieser jetzt endlich doch immer mehr beachteten iliosakralen knöchern-knorpelig-faszialen Dehnungsfuge im hinteren Becken und im Gesäß.

Ein erfahrener Rheumatologe, möglichst auch mit osteopathisch-chirotherapeutischen geschulten Händen, wird hoffentlich noch möglichst rechtzeitig die Diagnose stellen und durch entsprechende gezielt ursächliche Behandlungsmaßnahmen schwerwiegendere strukturelle Zerstörungen verhindern.

Um die Diagnose heute ganz exakt zu bestätigen, wird eine diagnostische Gelenk-Spritze unter dokumentierter Durchleuchtung/Fluoroskopie durchgeführt.

Möglichst intensive konservative Therapien zielen auf eine Re-Stabilisation der iliosakralen Dehnungsfuge und damit Beruhigung von Kreuzbein, Darmbein, IliosakralFaszien, Iliopsoas- und Piriformis-Muskel: 

örtliche physikalische Biointerventionen wie z.B. die ESWT/ElektrischeStoßWellenTherapie oder Laser-Applikationen, aber auch ganz spezielles ISG-Needling, PRP-/Eigenblut-Injektionen, pulsierende Magnetfelder sowie sensomotorische Trainingsprogramme und mittels Sensoren und Stimulationseffekten durch propriozeptive Einlagen und Iliosakralorthesen können zum Einsatz kommen.

Erst nachdem die intensivierten konservativen Maßnahmen zu keiner befriedigenden Wiederherstellung der inneren Stabilität des Kreuzbeins als Basis der gesamten Wirbelsäule geführt haben, die dokumentierte diagnostische Blockade in's Gelenk vorübergehende Erleichterung bewirken konnte und Schmerzmittel nicht mehr länger toleriert werden, sollte eine der neuen, minimalinvasiv schonenden Stabilisationsmethoden der dekompensierten, schmerzhaften Dehnungsfuge zwischen dem Kreuzbein und dem Darmbein sowie eine nachfolgende spezifische sensomotorische Rehabilitation erfolgen.

Bitte beachten Sie, daß diese Patienteninformationen in keinem Fall den persönlichen Kontakt zu einem Facharzt Ihres Vertrauens zu ersetzen vermag! Sie sollen lediglich eine breitere Basis zum Verständnis für weiterführende Maßnahmen in einer fachärztlichen Praxis schaffen! Zu Indikation, Risiken und Nebenwirkungen einer Therapie kann nur ein Facharzt Ihres Vertrauens bei einem persönlichen Kontakt rechtsverbindlich informieren!


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.