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Kreuzdarmbeingelenk

Das Kreuzdarmbeingelenk zwischen den Hüftgelenken, dem Kreuzbein, dem Steißbein und der Bandscheibe L5/S1 ist eine besonders komplexe Quelle von tiefen, zermürbenden akuten und schnell auch chronifizierenden Schmerzen.  Das Iliosakralgelenk (ISG) wird auch als Sakroiliakalgelenk (SIG), Kreuzbein-Darmbein-Fuge oder auch iliosakrale Knochenspalte bezeichnet. Ein umständlich schwieriger Name für eine so extrem wichtige anatomische Struktur mit ebenso extrem wichtiger Bedeutung bei der Entstehung von Schmerzen im unteren Rücken, in der Hüfte und von ausstrahlenden Beinschmerzen "Ischias".

Viele Patient*innen wollen zwar möglichst schnell und möglichst nachhaltig ihre Schmerzen beseitigt wissen, doch ist die schnelle Lösung mittels Medikament oft der Einstieg in eine fast nicht mehr zu behebende Chronifizierungs-Spirale. In den USA als SIJ Sacro-Iliacal-Joint oder SI-Joint mittlerweile zunehmend mit der entsprechenden fachärztlichen Kompetenz analysiert und behandelt, wird es bei uns bislang meistens immer noch den Chirotherapeuten und Osteopathen "überlassen". Oft eben aber auch mit irreversiblen chronischen Langzeitfolgen. Seit ein paar Jahren finden aber auch hier in Europa die komplexen Zusammenhänge des ISG-Syndroms mit dem Immunsystem und dem Neurovegetativum endlich den Eingang in die spezialisierete fachärztliche Analyse, Diagnostik und Therapie. 

Die Analyse zur Diagnose "Iliosakralsyndrom" ist mindestens so komplex wie die eines Bandscheibenvorfalls Prolaps, einer Bandscheibenvorwölbung Protrusion, einer Bandscheibendegeneration Diskose/Osteochondrose/Degenerative-Disc-Disease DDD mit daraus entstehenden schmerzhaften Lendenwirbelreizungen und Wirbelsäulensegmentinstabilitäten. Das ISG und die Bandscheiben L4/L5 und L5/S1 sind ohnehin extrem eng aneinander gekoppelt, die Dekompensation mit schmerzhafter Dysfunktion auch über das hormonelle und vegetative Regulationssystems des gesamten Körpers extrem eng miteinander verlinkt. 

Ein dekompensiert schmerzhaft gereiztes ISG und ein schmerzhafter Bandscheibenschaden L4/L5 oder/und L5/S1 sind sehr häufig zusammen mit einem Facettensyndrom (Arthritis/Arthrose) der Wirbelgelenke L4/L5 und L5/S1 und einem ISG-Syndrom mit Piriformisblockaden zu finden. Eine einseitig vereinfachende rein mechanistisch ausgerichtete Denk- und Behandlungsweise bewirkt oft das genaue Gegenteil dessen, was eigentlich angestrebt werden sollte! Spätestens bei rezidivierend akuten ISG-Blockaden und anhaltend wiederkehrenden nächtlichen tiefen Hüftschmerzen und unteren Rückenschmerzen sollte unbedingt einmal eine eingehendere Systemanalyse einschließlich des Neurovegetativums und der Immunologie die anatomisch strukturelle Beurteilung ergänzen.  

So umständlich der Name, so unzugänglich versteckt liegt im hinteren Bereich des Pelvis` (Beckens) die Kontaktstelle zwischen dem Darmbein Ilium und dem Kreuzbein Sakrum. Die iliosakrale Knochenspalte und ihre sie umgebenden Faszien sowie das darunter liegenden Steißbein Coccyx, aber auch die Bandscheiben L4/L5 und L5/S1, sind über spezielle Sensoren in den Faszien und Knochenrinden die wichtigsten sensiblen Relais-Stationen zwischen dem unteren Rücken, dem Hüftgelenk und dem Bein. Die innere Grundspannung oder auch sensomotorische Corestability wird über die inneren Faszien einschließlich der Bandscheiben über spezielle Sensoren und das angeschlossene neuronale und immunreaktiv-hormonelle Vegetativum mehr-oder-weniger harmonisch gesteuert. Neue Erkenntnisse haben deswegen weg von der Statik und Mechanik, weg von Mobilisieren, "ISG Einrenken" bzw. Stabilisieren "ISG Versteifen" zu komplexeren biophysiologischen Therapiekonzepten geführt; zu Schweigen von Schmerzmitteln etc.pp. ...

Hochempfindsame, teiweise mehrere Zentimeter dicke (myo-)fasziale Bindegewebsschichten sichern das ISG von hinten, während es von vorne über den großen Hüftgelenkesbeugemuskel Iliopsoas und in geringerem Maße auch durch den Piriformis und die Baucheingeweide zwischen Zwerchfell und Beckenboden stabilisiert wird. Teile des Iliosakralgelenkes sind zwar auch von Knorpel überzogen, aber die inneren mächtigen Faszien und ihre Verankerungen im Kreuzbein, Steißbein, Lendenwirbel und Darmbein sind die eigentlichen, wesentlicheren Schmerzen verursachenden anatomischen Strukturen bei Iliosakralsyndromen, gleichgültig ob durch Fehlbelastung, Arthrose oder entzündlichem Rheuma (Sakroliliitis).

Die sensible knöcherne Dehnungsfuge zwischen dem Kreuzbein und den Beckenschaufeln ist also ein sehr komplexes anatomisches, neurophysiologisch und immunologisch mitgesteuertes System, das in unserer heutigen "Sitz-Welt" zu einem extremen medizinischen und auch volkswirtschaftlichen Faktor geworden ist. Genauso wie die Bandscheiben und die Wirbelgelenke L4/L5 und L5/S1 am Übergang der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein zwischen den beiden Darmbeinen, bemühen sich viele "Industrien", hier mitzumischen!

Der Iliopsoas-Hüftmuskel und der Piriformis-Hüftmuskel kommunizieren ebenfalls sehr eng mit den Faszien um das Iliosakralgelenk, um die Lendenwirbel und um das Steißbein. Bei den dem direkten Willen nicht mehr zugänglichen Piriformis-Spasmen ("ISG-Blockaden") kann der Piriformis-Muskel den Ischias-Nerv einquetschen, zum Wegknicken des Beines auch im Knie und zu den oft extrem heftigen in das Bein ausstrahlenden Piriformis-Ischialgien, Ischias-Nervenschmerzen führen: iliosakrales Giving-Way-Syndrom und Piriformis-Syndrom.

Wesentlich häufiger als bislang noch bekannt ist, das ISG auch primär immunologisch entzündlich überreizt und schmerzhaft.  Bestimmte entzündliche Formen von Wirbelsäulenrheuma, wie z.B. die Sakroiliitis bei einer Bechterew'schen Erkrankung sollte nicht erst in einem zu späten Stadium erkannt werden. Intensive quälende Rücken- und Gesäßschmerzen in der zweiten Nachthälfte und früh morgens können z.B. auf eine entzündliche rheumatische Ursache hinweisen und gehören schon/noch rechtzeitig entsprechend fachärztlich diagnostiziert und therapiert: bevor strukturell ernsthafte Schäden irreversible Dauerschäden eingetreten sind!

Bilder Kreuzdarmbeingelenk

Das Kreuzdarmbeingelenk - die sensible Dehnungsfuge der inneren Hüfte zwischen und Rücken und Bein. Das Kreuzdarmbeingelenk wird auch als Iliosakralgelenk oder ISG bezeichnet. Eine typische Diagnose bei Problemen im Iliosakralgelenk ist das Iliosakralsyndrom durch eine ISG Arthrose oder eine immunreaktiv zerstörerische ISG-Arthritis Sakroiliitis oder axiale Spondyloarthritis axSpA.

Ein Iliosakralsyndrom oder auch kurz ISG-Syndrom kann also verschiedene Ursachen haben:

-  eine Stauchung oder Zerrung im Sport oder bei einem Sturz
-  eine Lockerung während der Schwangerschaft und nach einer Geburt
-  eine andauernde Fehl- und Überlastung durch langes Sitzen
-  ein fortschreitender Verschleiss/Arthrose: Osteoarthritis
-  eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche
-  zunehmend degenerative Veränderungen und  Verklebungen der Faszien
-  ein immunpathogen entzündliches Rheuma, Sakroiliitis, Bechterew, axSpA

Es kann belastungs- und bewegungsabhängig schmerzhaft instabil werden - genau so wie zwei benachbarte Lendenwirbel nach einem akuten Bandscheibenvorfall oder durch chronischen Bandscheibenverschleiß.

Ein Iliosakralsyndrom findet sich häufig bei Bandscheibenvorfall Prolaps, Bandscheibenvorwölbung Protrusion, Hüftgelenkseinsteifung durch Coxarthrose/Koxarthrose sowie Arthrose der LWS mit Spinalkanalstenose.

Neu sind die Erkenntnisse über die ISG-Faszien. Wahrscheinlich gehen die meisten ISG-Syndrome mit tiefen unteren Rückenschmerzen, Hüftschmerzen und Ischias-Schmerzen auf die ISG-Faszien zurück!

Man unterscheidet deswegen heute zwischen einem artikulären/cartilaginären und einem faszialen ISG-Syndrom. Beim artikulären sind eher die Veränderungen unter dem Gelenkknorpel des Kreuzdarmbeingelenks die Schmerzursache, während beim faszialen eher die mächtigen Faszien und vor allem ihre Verankerungen in der Knochenrinde (Periost) des Iliosakralgelenks zu suchen sind. Statt "fasziales" ISG-Syndrom gibt es auch die Bezeichnung "enthesitisches & enthesiopathisches" ISG-Syndrom.

Diese neuen Erkenntnisse und diagnostischen Differenzierungen haben sehr fundamentale Auswirkungen auf die bildgesteuerte gezielte Therapie der ISG-Schmerzen: arthrotische, enthesiopathische, arthritische, enthesitische und myofasziale ISG-Blockaden und das Piriformissyndrom!

Ein großer Teil von tief sitzenden Rückenschmerzen, Hüftschmerzen und Ischias/Ischialgie/Piriformissyndrom geht auf das Konto dieser jetzt immer mehr erforschten iliosakralen knöchernen, knorpeligen, myofaszialen Dehnungsfuge im hinteren Becken und im Gesäß und gehört für eine entsprechende therapeutische Strategie auch sehr differenziert und komplex fachärztlich analysiert. Nicht immer sind Dehnungen, Kraftaufbau, Übungen die wirklich adäquate therapeutische Konsequenz aus der Diagnose eines Iliosakralsyndroms bzw. ISG-Syndroms.

Schmerzen im ISG (Kreuzdarmbeingelenk) - Video

Untere Rückenschmerzen haben ihre Ursachen sehr häufig im Iliosakralgelenk (ISG). Ein Iliosakralsyndrom kann dabei sehr viele Ursachen haben. Ohne Kernspin ist eine verlässliche rheumatologische, aber auch orthopädische Diagnose sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Oft sind die ISG-Schmerzen durch überreizte anatomische Strukturen auch nur dann entsprechend differenziert zu behandeln, wenn die Kombination einer ISG-Arthrose mit ISG-Rheuma und lymphatisch übersäuerten, vernarbten Faszien im Spinalkanal mit darin  "eingemauerten" Spinalganglien (Nervenhinterwurzelknoten) berücksichtigt wird. Neue Ansätze mittels physikalischen Energien und aus dem Eigenblut gewonnenem PRP kommen auch aus der regenerativen Orthopädie und der bioregenerativen Sportmedizin.
 

Ein erfahrener orthopädischer Rheumatologe mit osteopathisch-chirotherapeutischen geschulten Händen wird hoffentlich rechtzeitig die richtige Diagnose stellen und schwerwiegender strukturelle Zerstörungen verhindern.

Um die Diagnose heute ganz exakt zu bestätigen, wird neben der Schnittbildgebung MRT (CT) eine diagnostische Spritze unter dokumentierter Durchleuchtung/Fluoroskopie durchgeführt.

Möglichst komplexe, zielgerichtete konservative Therapien zielen auf eine Re-Stabilisation der iliosakralen Dehnungsfuge und damit auf eine Beruhigung von Kreuzbein, Darmbein, IliosakralFaszien, Iliopsoas- und Piriformis-Muskel: 

örtliche physikalische Biointerventionen wie z.B. die ESWT/ElektrischeStoßWellenTherapie oder Laser-Applikationen, aber auch ganz spezielles ISG-Needling, PRP-/Eigenblut-Injektionen, pulsierende Magnetfelder sowie sensomotorische Trainingsprogramme können zum Einsatz kommen.

Wenn auch diese konservativen Maßnahmen zu keiner befriedigenden Wiederherstellung der inneren Stabilität des Kreuzbeins als Basis der gesamten Wirbelsäule geführt haben, diagnostische Blockaden nur vorübergehende Erleichterung bewirken konnten und aber Schmerzmittel nicht mehr länger vom Körper toleriert werden, sollte eine der neuen minimalinvasiv schonenden schmerztherapeutischen Therapiemethoden für die schmerzhaft das Leben nachhaltig sehr negativ beeinträchtigende knöchern - bindegewebige/myofasziale iliosakrale Dehnungsfuge zwischen dem Kreuzbein und dem Darmbein erfolgen.

Bitte beachten Sie, daß diese Patienteninformationen in keinem Fall den persönlichen Kontakt zu einem Facharzt Ihres Vertrauens zu ersetzen vermag! Sie sollen lediglich eine breitere Basis zum Verständnis für weiterführende Maßnahmen in einer fachärztlichen Praxis schaffen! Zu Indikation, Risiken und Nebenwirkungen einer Therapie kann nur ein Facharzt Ihres Vertrauens bei einem persönlichen Kontakt rechtsverbindlich informieren!


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.