Anatomie und Funktion

Der Psoas

Was ist ein Psoas Muskel?

Der große Lendenmuskel befindet sich im unteren Rücken- und Hüftbereich. Er verbindet den Oberkörper über die Lendenwirbelsäule, das Becken und die Hüften mit den Beinen. Er ist besonders wichtig für die Harmonie der Körpermitte.

Der Psoas major und der Psoas minor sind Muskeln, die auch auf seelische und immunologische Veränderungen oft sehr sensibel reagieren. Bei tiefen inneren Rücken- und Hüftschmerzen können sie eine zwar häufig übersehene, aber sehr wichtige Quelle vieler Probleme sein.

Bilder Psoas

Der große Lendenmuskel Psoas major wird nicht bei allen Menschen noch vom kleineren, sehr grazilen Psoas minor ergänzt. Stets findet vor der Innenseite der Beckenschaufel (Darmbein) die Vereinigung mit dem Iliacus Muskel statt. Beide, also der Lendenmuskel Psoas und der Darmbeinmuskel Iliacus, ziehen zur Vorderseite des Hüftgelenks. Diese Muskelgruppe sichert die besonders sensible Bauch-seitige (ventrale) innere Stabilität, die so genannte Corestabilty. Sie ist im Gegensatz zu den hinter der Lendenwirbelsäule liegenden (dorsalen) Rückenstreckmuskulatur mit den üblichen Kraftaufbauübungen für den "starken Rücken" leider kaum zu trainieren/regenerieren/optimieren!

Der Psoasmuskel ist zusammen mit dem Iliakusmuskel ein Beuger im Hüftgelenk. Seine Haupaufgabe erfüllt er beim Gehen, Walken und Sprinten sowie beim Tanzen etc.. Im Sitzen ist der Psoas in verkürzter Stellung oft über längere Zeit inaktiv. Langes Sitzen schädigt ihn deshalb nachhaltig. Nicht nur, dass er sich verkürzt und verschmächtigt, vieles Sitzen "verdummt" ihn regelrecht! Viele Asanas im Yoga legen deshalb ganz besonderen Wert gerade auch auf die harmonischen Dehnungen des Psoas und Iliacus, auch im Wechsel mit Dehnungen des Piriformis und der tiefen Faszienzüge: von der Faszia thorakolumbalis über das ISG & Steißbein bis zur den tiefen Faszien in Ober- & Unterschenkel und der sensomotorisch die Körperspannung kontrollierenden/regulierenden Plantarfaszie. Dauer-Stress und Silent inflammation sowie eine oberflächliche Atmung wirken sich auf die Vitalität des Psoas und der tiefen Faszienzüge ebenfalls sehr negativ aus.

Ein verkürzter und schlecht trainierter Psoas ist charakteristisch bei Arthrose des Hüftgelenkes sowie bei Arthrose und Hyperlordose (Hohlkreuz) der Lendenwirbelsäule. Das trägt zu Fehlbelastungen der LWS und des ISG mit Arthritis (Reizzuständen) im unteren Rücken und in der Hüfte bei. Muskeln & die Seele lähmende Medikamente wirken sich wohl besonders negativ auf die Vitalität des Psoas, den Piriformis und die tiefen inneren Faszien aus. Direkt vor dem Psoas liegen die Nieren und Nebennieren. Sie scheinen nicht nur über die Hormone der Nebennieren, sondern auch über das vegetative Nervensystem, speziell den im Psoas anliegenden Sympathikus-Nervenquellknoten eng miteinander zu interagieren.


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