Anatomie und Funktion

Das Iliosakralgelenk

Was ist ein Iliosakralgelenk?

Das Iliosakralgelenk (ISG) ist kein gewöhnliches Gelenk, sondern eine knorpelige überzogene, von mächtigen Faszien fixierte Knochenspalte zwischen Kreuzbein Sakrum und dem linken und dem rechten Darmbein Ilium (Beckenschaufel).

Das ISG ist kein gewöhnliches Gelenk, eher eine unebene Fuge zwischen dem Kreuzbein Sakrum und dem linken und dem rechten Darmbein Ilium ("Beckenschaufel"). Das linke und das rechte ISG werden von den festen Faszien des unteren Rückens zusammengehalten. Die Spannung dieser iliosakralen, iliolumbalen und thorakolumbalen Faszien wird sehr massgeblich von den Muskeln Psoas, Iliacus, Quadratus lumborum, den schrägen und waagrechten Abdominalmuskeln sowie dem Zwerchfell und dem Beckenboden kontrolliert.

Bilder Iliosakralgelenk (Kreuzdarmbeingelenk)

Sämtliche Faszien sind das von sensiblen Fasern und Sensoren durchzogenes Bindegewebe, das zusammen mit dem Blut, der Lymphe und den Hormonen einen einheitlich Struktur- & Funktion- & Regulationskomplex des Körpers bildet. Durch viele Einflüsse neigen die Faszien aber auch rasch zu Verklebungen, Vernarbungen und Verformungen mit Auswirkungen auf die gesamte Homöostase, das gesamte innere und äußere Regulationssystem. 

Die ISG Faszien mit allen weiteren inneren Faszien des unteren Rückens und Beckens, den hyper-reagiblen und deshalb zu Verkürzungen und inneren Spasmen neigenden beiden Corestabilisationsmuskeln Piriformis und Psoas "balancieren" den Rumpf: elastisch und harmonisch auf den Hüften über den Oberschenkeln und Beinen.

Neuronale Faszien-Rezeptoren regulieren den blitzschnell den Spannungszustand der iliolumbalen, iliosakralen, lumbosakralen anatomischen Faszien-Züge. Dies immer in der Gesamtschau mit den spiral-dynamisch verlaufenden myofascialen Kraft- und Zuglinien des gesamten Körpers. Von der Fußsohlenfaszie (Fascia plantaris) bis in die an der Nasenwurzel und über den Augen endende Kopfschwarte (Galea aponeurotica).

Eine besonders wichtige Rolle in der Kontrolle des Spannungszustands des gesamten inneren Fasziensystems spielt das vegetative Nervensystem mit dem paravertebralen Sympatikus-Grenzstrang und den Gegenspielern Vagus mit pelvinem Parasympathikus sowie einer Vielzahl unterschiedlicher Botenstoffe / Hormone an den neuromesenchymalen Rezeptoren

Das Zusammenspiel zwischen Faszien, Zwerchfell, Beckenboden sowie den speziellen Corestabilisatoren Psoas und Piriformis bei der sogenannten "sensomotorischen Stabilisation" des Rumpfes im Becken ist eine nicht immer ohne Störungen ablaufende Meisterleistung der Natur. Das Kreuzbein zwischen den beiden Beckenschaufeln ist hierbei  "Dreh- und Angelpunkt" / "Relais-Station" der myofaszialen Spannungslinien im unteren Rücken zur dynamisch aufrechten Körperhaltung. Anhaltende Über-/Fehlbelastungen, Schwangerschaften, (Sport-)Unfälle, anhaltender Stress und Fehlernährung, Nikotin, etc. können zur Instabilität, Dekompensation und ISG-Arthrose, ISG-Arthritis der Kreuzdarmbeinfuge führen. 

Als Nahtstelle zwischen Rücken, Hüfte und Oberschenkeln können Folgeschäden auftreten: an der Wirbelsäule bis hin zur Spinalkanalstenose, an der Hüfte bis hin zur Coxarthrose und im Bereich des Unterleibs und Beckenbodens bis hin zu Dauerschmerzen, Coccygodynien und Dysfunktionen des Beckenbodens und der Beckenorgane.

Neue Konzepte zur Re-Stabilisation der iliosakralen Knochenfuge ISG im Beckenring, zur sensomotorische Re-Konditionierung der iliosakralen und übrigen tiefen Faszien und der Corestabilisatoren, zur Stärkung der "Mitte" und damit des inneren Haltes, tun not: zu viele Patientinnen und Patienten leiden heute unter ihrem chronischen ISG Syndrom und suchen mehr als weiterhin Pillen, Trost und untaugliche Übungen.

Der bekannteste Ausdruck für Beschwerden durch das Iliosakralgelenk ist das Iliosakralsyndrom oder ISG-Syndrom. Das Iliosakralsyndrom kann sich durch eine ISG Blockade, eine ISG Arthrose oder eine Entzündung Sakroiliitis etablieren. Für eine detaillierte Analyse und Diagnose sind bei anhaltenden, vor allem auch nächtlichen Schmerzen, die Rheumatologie und die Hilfe bildgebender Technologien wie MRT und CT sowie Laborkontrollen von speziellen Blutwerten erforderlich.


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.