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Steißbein tut weh

Steißbein tut weh - Was tun bei Steißbeinschmerzen

Schmerzen im unteren Ende der Wirbelsäule sind häufig Steißbeinschmerzen. Spezialist Doktor Peter Sigg informiert über "Kokzygodynie" = das Steißbein tut weh!

Das Os kokzygeus oder Os coccygis oder kurz "Coccyx" ist der dreieckige, gebogene, kleine, unterste Abschnitt der Wirbelsäule. Die Form ähnelt einem Kuckucksschnabel und wird deshalb Kuckucksbein genannt. "Dynie" ist die Bezeichnung für "Schmerz". (Schmerzen z.B. der Achilles-Sehne nennt man Achillodynie).

Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie) können verschiedene Ursachen haben. Weshalb die Schmerzen chronifizieren, lässt sich in sehr vielen Fällen jedoch durch den Spezialisten sicher feststellen und beheben. Mögliche Auslöser für Steißbeinschmerzen sind akute oder andauernde kleinste Prellungen der Knochenhaut, des Periosts. Ein Sturz auf das Gesäß kann die primär auslösende Ursache sein. Unser modernes Leben ist sehr häufig mit Sitzen verbunden - mehr als je zuvor. Einige Positionen und Übungen des Yoga sind für das Steißbein und sein "Wurzel-Chakra", dem "Muladhara" eine ziemliche Belastung. Momentan erdulden wir die Corona-Krise: kleinste andauernde Mikrotraumata und Überdehnungen der Knochenhaut mit den Spinalfaszien um das Steißbein können sich vor allem bei zusätzlichem Dauerstress sehr ungünstig auf die gesamte Region um das Steißbein auswirken. Steißbeinschmerzen aus der Knochenrinde können sich sowohl auf harten als auch auf ungünstig weichen Polsterungen entwickeln. Schwangerschaft und Geburt, oder ein in schon länger zurückliegender Sturz auf den Hintern, können sich jetzt auch noch nach vielen Jahren wieder mit Schmerzen im Steißbein, einer Coccygodynie, aber auch im anatomisch angrenzenden Kreuzdarmbeingelenk ("ISG-Syndrom") und auch mit sehr schmerzhaften Ausstrahlungen über die Hüften ("Ischias"/"Piriformissyndrom") bemerkbar machen.

Mögliche Ursachen für Steißbeinschmerzen sind

  • Steißbeinprellung,
  • Steißbeinstauchung,
  • Steißbeinverrenkung
  • Steißbeinbruch mit und ohne
  • Steißbeinfehlkrümmungen 
  • Arthrose und Bandscheibenschäden wie 
  • Bandscheibenvorfall
  • Gynäkologische Erkrankungen
  • Entbindungen (Dammschnitt, Sectio)
  • Nervenschmerzen (Neuralgie) im Steißbeingeflecht (Ganglion impar!)
  • Reizung der Nervengeflechte zwischen Steißbein und After
  • Tumoren im Bereich des Steißbeins
  • Chirurgische Eingriffe im unteren Rücken, Becken und Bauchraum
  • Psychosomatische Ursachen z.B. als Folge von anhaltendem Stress.

Ständiger Stress kann die Nervengeflechte im Bereich des Kreuzbeins und des Steißbeins empfindlicher werden lassen und auch ein hyperreagibles, ständig "feuerndes" Immunsystem liefert oft die Grundlage für Schmerzen im Steißbein mit ISG-Blockaden.

Steißbeinschmerzen (Kokzygodynien) äußern sich durch meist sehr intensive Schmerzen im Bereich des Steißbeins mit Spasmen der Umgebung. Die Symptome müssen also nicht auf die Region des Coccyx / Steißbeins allein begrenzt sein, sondern können auch bis in den Beckenboden, in das Becken, in die Hüften und in den Lendenbereich und sehr häufig sehr leidvoll auch in die Genitalregion ausstrahlen.

Die Schmerzen am Steißbein nehmen in der Regel im Sitzen oder auch beim Aufstehen aus einer sitzenden Position zu. Zum Teil machen sie das Sitzen sogar unmöglich. Steißbeinschmerzen verändern die gesamte Körperhaltung und das Gangbild. Außerdem führen Steißbeinschmerzen oft auch zu Schmerzen beim Stuhlgang oder beim Geschlechtsverkehr. Das Steißbein ist an seiner Spitze und an seiner Vorderseite extrem sensibel! 

Um bei einer Kokzygodynie, also bei Schmerzen im Steißbein und in seiner anatomisch-biologischen Umgebung eine definitive Diagnose zu stellen, untersucht der Coccyx- / Steißbein- Spezialist die Steißbeinspitze und den Übergang von Steiß- und Kreuzbein. Bei gezieltem, dosiertem Druck löst dieser eine schmerzhafte Reaktion aus.

Bei einer Röntgenuntersuchung lassen sich bei den Patient*innen (es sind übrigens viel mehr weibliche Patientinnen als männliche Patienten) meist schon weitere Anhaltspunkte feststellen. Die Form des Steißbeines in stehender Position kann zu gerade oder zu sehr gebogen sein. Bei der "Sitz-Aufnahme im seitlichen Strahlengang" zeigt sich dann oft auch eine (im Übrigen auch schmerzhafte!) Überbeweglichkeit. 

Die spezielle Computertomografie CT kann weitere Auffälligkeiten wie feine knöcherne "Spiculae" des Steißbeins, aber auch Veränderungen der Organe vor dem Steißbein aufzeigen. Zusätzlich kann auch sogar ein MRT (Magnetresonanztomogramm) zur Darstellung etwaiger entzündlicher Aktivierungen angefertigt werden. Weitere strukturelle pathologische Veränderungen der Region und sogenannte Sakral-Zysten/Tarlov-Zysten spielen mitunter eine zu berücksichtigende Rolle.

Bei Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie) besteht die Therapie vor allem darin, die Schmerzen zu lindern.

Schmerzmittel

Schmerzmittel = Analgetika und NSAR wie Ibuprofen können das Symptom Steißbeinschmerzen lindern (unterdrücken). Zu häufig eingenommen, können sie aber sehr negative Nebenwirkungen verursachen. Die Ursache schwelt aber weiter.

Lokalanästhetika mit oder ohne Steroide

Zur Therapie der Steißbeinschmerzen können in die betroffene Stelle örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) gespritzt werden. Das muss sehr diffizil durch einen Spezialisten erfolgen, denn die Region ist sehr verletzlich und kann unwiederbringlich geschädigt werden. Ein Bild-Kontrolle ist zwingend erforderlich. Wirkstoffe aus der Gruppe der Steroide können entzündliche Reizungen in diesem Bereich hemmen. Auch BotulinumToxine in geringster Dosierung am Impar-Ganglion etc. sowie Plasmaproteine und Blutplättchen aus dem Eigenblut werden gezielt angewendet.

Physiotherapie und Physikalische Therapien

Physiotherapeutische Optionen wie eine Mobilisation oder Manipulation des Steißbeins können manchmal hilfreich sein. Ich selbst behandle als ausgebildeter Manualtherapeut und Osteopath das Steißbein nie osteopathisch sondern immer gleich sehr gezielt und mölichst nachhaltig über gezielte minimalinvasive kleine Interventionen mit den bereits erwähnten verschiedenen BioSubstanzen.

Sitzkissen

Ein weiches Sitzkissen, ein weiches U-förmiges Sitzkissen, ein O-förmiges Donut oder auch ein weicher Sitzkeil mit Aussparung können bei akuten Schmerzen am Steißbein das Sitzen erleichtern. Sitz-Hilfen helfen leider nicht bei allen Steißbeinschmerzen, sollten natürlich immer auch in Betracht gezogen werden.

Psychotherapie

Wenn Steißbeinschmerzen tatsächlich psychosomatische Ursachen haben, bietet sich als weiterführende Maßnahme eine Psychotherapie an, wobei auch hier das Sitzen oft ein erhebliches Hindernis zu sein scheint!

Eine sichere Prophylaxe von chronischen und immer weitere Folgen nach sich ziehende Steißbeinschmerzen (Kokzygodynien) ist oft kaum möglich. Steißbeinverletzungen (nach einem Sturz oder nach einer Geburt) sollten möglichst rechtzeitig sofort mit der entsprechenden Expertise gezielt behandelt werden. Organische Probleme im Becken, in der Hüfte und im unteren Rücken sollten rechtzeitig definiert und dann gezielt therapeutisch angegangen werden.


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.