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Bandscheibenprotrusion L4/L5

Eine Bandscheibenprotrusion - also eine breite Vorwölbung der Bandscheibe nach hinten in den Spinalkanal -  findet sich im MRT besonders häufig zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel: Bandscheibenvorwölbung Diskusprotrusion L4/L5. Das ist kein belangloser Zufallsbefund, sondern eine ernst zu nehmende, weiter im Auge zu behaltende Bandscheibenveränderung. Die Symptome einer Diskusprotrusion L4/L5, vereinfacht "Protrusion L4/L5", sind sehr unterschiedlich. Schmerzen im unteren Rücken und in der Hüfte können auch bis in den Fuß ausstrahlen. Entwickeln sich bei einer Protrusion zunehmende Lähmungen oder/und Gefühlsausfälle, sollte möglichst zügig eventuell sogar mit einem erneuten MRT die weitere Analyse erfolgen. Aus jeder Bandscheiben Protrusion kann sich rasch oder allmählich auch ein Bandscheiben Prolaps, ein "richtiger" Bandscheibenvorfall entwickeln. Bandscheiben Protrusionen sind ernst zu nehmen. Sie sind wie Bandscheiben Prolabierungen Zeichen eines Bandscheibenverschleisses und entwickeln sich häufig auf dem Boden einer genetischen Veranlagung sowie durch eine ungünstige Lebensweise. Physiotherapie und Bodybuilding: zur Wirksamkeit gibt es wenig bis gar keine wirklich belegte Signifikanz.

Durch Druck, vor allem aber durch eine örtlich reaktive Entzündung/Reizung im sensiblen Bindegewebe = Faszien -Gewebe des epiduralen Spinalkanals können entzündliche Nervenschmerzen im Innern der Lendenwirbelsäule entstehen. Zur Vermeidung eines schmerzhaften, durch Dauerreizung entstehenden  Dauerschadens sollte dann möglichst exakt gezielt bildgesteuert möglichst noch rechtzeitig ursächlich behandelt werden. Schmerzhaften chronischen Nervenentzündungen und epiduralen Faszienverklebungen und Faszienvernarbungen sollte so möglichst auch vor dem Enstehen einer so genannten "multimodalen Schmerzkrankeit" des unteren Rückens entgegengewirkt werden.

Kernspin der Bandscheibe - Video

Schmerzen im unteren Rücken sind nicht immer nur auf eine vielleicht zu schwache Rücken-& Bauch-Muskulatur oder einen verklemmten Wirbel zurückzuführen. Schmerzreizungen können auch aus dem Rückenmarkskanal kommen. Eine Kernspintomographie ist dazu essentiell um eine verlässliche und weiterführende Diagnose zu erstellen. Häufig sind ja "verkettete" innere Ursachen zu erkennen und gezielt therapeutisch anzugehen.
 

Die Diagnose erfolgt heute über die Magnetresonanz- oder Kernspintomografie MRT und nur noch sehr selten selten, z.B. bei einer Klaustrophobie oder bei magnetischen Implantaten im Körper, auch über eine Computertomografie CT.

Die Abklärung einer weiter zunehmenden Vorwölbung der Bandscheibe, einer Protrusions -Zunahme im Stehen, kann auch durch das dynamische Upright-MR vorgenommen werden (s.u.).

Auch die bildgesteuerte Diskografie / Diskus-Stimulation wenn gleich mehrere Protrusionen  Bandscheibenvorwölbungen oder sogar Prolabierungen Bandscheibenvorfälle auf verschiedenen Etagen mit Nervenwurzelreizungen (Radikulitis) vorliegen, wird zur Planung einer möglichst gezielten Therapie propagiert.

Wie der Bandscheibenvorfall Prolaps ist die Bandscheibenvorwölbung Protrusion besonders häufig in der Etage bei L4/L5 zwischen dem 4. und dem 5. Lendenwirbel festzustellen. Die Bandscheibe zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel ist durch die exponierte anatomische Lage des vierten Lendenwirbels über dem im Beckenring fest verankerten fünften Lendenwirbel am Kreuzbein und der inneren iliosakralen Hüfte ISG die am meisten beanspruchte Bandscheibe. Die Bandscheibe unter dem Lendenwirbel L5, der Diskus L5/S1 liegt dagegen direkt über dem oberen Kreuzbeinwirbel Sakrumwirbel S1 und ist mit dem Kreuzbein wesentlich stabiler in die tiefen iliosakralen und iliolumbalen Faszien integriert, d.h. mechanisch bei Fehlbewegungen weniger beansprucht.

Der bindegewebige "Spezialfaszie Bandscheibe" bei L4/L5 mit ihrem stark beanspruchten äußeren Bandscheibenring ist - wie speziell auch das Bindegewebe des Iliosakralgelenkes ISG - durch unseren heutigen Lifestyle erheblichen anhaltenden Fehlbelastungen und Überlastungen ausgesetzt. Die kollagenen Fasern können durch vieles Sitzen, mangelnde Stimulation, aber auch durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Kollagen-Gifte wie Nikotin sowie durch individuelle genetische Faktoren so schwach ausgebildet sein, dass sie schon bei  Gelegenheitsursachen wie einer Fehlbewegung mit einem geringfügigen Verheben feine Risse erhält. Schon ein kleiner solcher Riss kann sehr weh tun. Im Kernspin zeigen sich solche kleinen Risse als HIZ = Hyper Intense Zonen. Schlimmer sind die Schmerzen aber meist dann, wenn das weniger feste innere Bandscheibenkerngewebe (Nukleus pulposus) in den bindegewebigen, mit zarten empfindlichen Faszien ausgekleideten  Spinalkanal hineinsickert und dieser Bandscheibenkern Sequester zu einer reaktiven örtlichen Gewebsentzündung im epiduralen Spinalkanal führt.

Durch die Überdehnung, der örtlichen Faserring-Reizung und oft auch dem Übergreifen der Reizung mit Schwellung und Druck auf die jeweilige vorbeiziehende Nervenwurzel können Nervenentzündungen entstehen. Die Radikulopathie oder Radikulitis bei einer Protrusion L4/L5 betrifft die linke oder rechte Nervenwurzel L4, etwas seltener die Nervenwurzel L5 und noch seltener die Nervenwurzel S1. Auch kombinierte radikuläre Reizungen L4, L5 und S1 sind möglich.

Häufig findet sich in der Vorgeschichte einer Bandscheibenprotrusion gerade auch zwischen L4 und L5 eine wiederkehrend rezidivierende Blockade des Kreuzbeins durch instabile, insuffiziente iliosakrale Faszien der iliosakralen inneren Hüfte. Die gereizten Knochenrinden des ISG führen über einen reaktiven spastischen Muskelkrampf des birnenförmigen Piriformis ebenfalls zum Ischiassyndrom durch den Pirifomismuskel, zum Piriformissyndrom. Es kann dann die Radikulärsymptomatik durch die Diskusprotrusion bei L4/L5 oder auch L5/S1 überlagern.

Das Kreuzbein Sakrum, die Bandscheiben L5/S1 und L4/L5 bilden zusammen mit den iliosakralen Faszien, den tiefen Corestabilisatoren Ilio- Psoas und Piriformis einen eng verwobenen, sensomotorisch aktiv und passiv stabilisierenden Funktionskomplex. Und in diesem ist eben gerade auch der Diskus L4/L5 eine besondere Schwachstelle mit den dann besonders häufigen Protrusionen und Prolabierungen.

Das Kernspin MRT wird auch für die Untersuchung des unteren Rückens in Rückenlage angefertigt. Sich vorwölbende Protrusionen von Bandscheibenringen durch den Druck der Oberkörpers im aufrechten Stehen sind so nicht nachweisbar. Spezielle Kernspintomografien mit Untersuchung der Situation im Stehen sind nur an wenigen Orten verfügbar und stellen meistens keine Kassenleistung dar. Die Unterschiede einer Bandscheibenvorwölbung z.B. L4/L5 im Liegen und im Stehen sind aber oft eklatant. Vor allem auch bei Nervenreizerscheinungen ist deshalb bei den so genannten Radikulopathien (Radix=Wurzel, Pathos=Leiden) die Diskografie oder Diskusstimulation. Eine Disc-Stimulation der verdächtigten Bandscheiben wird unter elektronisch verstärkter bildgebender Durchleuchtung, evtl. auch Computertomografie CT mit einer nur sehr geringen Menge eines Röntenkontrastmittels durchgeführt. Sie ermöglicht gerade auch bei gleichzeitig mehreren gleichzeitigen Diskusprotrusionen im MRT einige grundlegend wichtige Aussagen:

  • Kommt es bei der Injektion zum Beispiel zu einer typischen Schmerzverstärkung örtlich oder/und im Ausbreitungsgebiet der Nervenwurzel, einem Memory-Pain?
  • Zeigt sich ein Austritt von Kontrastmittel in den epiduralen Spinalkanal?
  • Zeigt sich eine besondere Verteilung des Kontrastmittels in der Bandscheibe: eine innere Bandscheibenzermürbung/Diskusdegeneration?
  • Günstig ist auch die daran anschliessende Durchführung einer Computertomografie CT:
  • sie demonstriert die räumliche Ausbreitung des Kontrastmittels in der untersuchten Bandscheibe sowie Klärung, ob es sich um eine geschlossene oder partiell eingerissenen Protrusion handelt.

Die Diskografie/Diskusstimulation erfolgt natürlich immer erst nach einer ausführlichen und eingehenden Beratung über die zu erwartenden therapeutischen Konsequenzen, die mit ihr verbundenen Risiken und weit überwiegend ambulant in einer nur oberflächlichen "Halb-Narkose", also einem Dämmerschlaf wie beim Zahnarzt oder bei einer endoskopischen Spiegelung.

Sie kann im gegebenenfalls auch mit der Injektion von Biosubstanzen und einem örtlichen Antibiotikum kombiniert werden.

Bei einem bandscheibenbedingten Reizzustand durch Prolaps oder Protrusion oder auch Osteochondrose Modic des epiduralen Bindegewebsschlauches im Rückenmarkskanal/Spinalkanal kann an die Protrusion oder den Prolaps ein örtlich abschwellendes Präparat gezielt unter Sicht in den epiduralen Spinalkanal eingebracht werden. Ich verwende hierzu nicht nur Kortison, sondern auch biologische Substanzen aus der Naturheilkunde, vor allem die Plasma-/Eigenblutspritze (PRP / ACP) im so genannten "Off-Label-Use", über deren Effekte auch in der wissenschaftlich begründeten Medizin/Forschung zur Therapie von Bandscheiben bei Prolaps, Protrusion immer mehr Erkenntnisse vorliegen.

Aus einer Bandscheibenvorwölbung Diskus-Protrusion kann sich im weiteren Verlauf schließlich ein größerer Bandscheibenvorfall Diskus-Prolaps mit weiterem Hervorquellen der Bandscheibe in den Spinalkanal  entwickeln. Solche Nukleus pulposus Vorfälle, vielleicht sogar mit Ausbildung eines frei im bindegewebig ausgekleideten Spinalkanal liegenden "Sequesters", gilt es bestmöglich noch rechtzeitig zu verhindern. Einerseits wegen der Konsequenzen für die Nervenwurzelstränge im Rückenmarkskanal durch Druck und örtliche Entzündung, andererseits aber auch wegen der Konsequenzen aus der danach fehlenden Diskus-Substanz mit zunehmender Instabilität / Gleitwirbelbildung L4 auf L5 - und schließlich eventuell der zunehmenden Spinalkanalstenose: Verengung des Rückenmarkskanals mit Beinschwäche, Gangunsicherheit etc.durch die Verklebungen, Vernarbungen und Einschnürungen der durchziehenden Rückenmarksnerven.

Um Druck auf und die örtliche Gewebsentzündung um die Nervenwurzeln rasch zu beseitigen, muss nicht immer gleich eine große Bandscheiben-OP wegen des im MRT analysierten Prolaps` oder der Protrusion erfolgen.

Eine Bandscheiben-Protrusion oder Nukleus-Pulposus-Protrusion NPP L4/L5 sollte wie ein Bandscheiben-Prolaps oder Nukleus-Pulposus-Prolaps NPP L4/L5 künftig wohl doch bestmöglich differenziert beurteilt und dann natürlich auch entsprechend gezielt/ursächlich behandelt: eine örtliche Gewebsreizung im Spinalkanal wird durch eine OP selten das gewünschte OP-Ergebnis zeigen!

Wie bereits oben erwähnt, stehen heute auch biologisch stimulierende gezielte Maßnahmen wie das Plättchen-Reiche Plasma PRP (ACP) aus dem Eigenblut der Patientinnen und Patienten zur Verfügung.

Zur Förderung der segmentalen Stabilität der Lendenwirbel sowie des Kreuzbeins im Iliosakralgelenk ISG sollte nicht nur die Muskelkraft, sondern durch ein "sensomotorisch rehabilitatives spezielles Trainingsprogramm" auch die Koordination der Coremuskeln erfolgen. Neue, individuell personalisiert maßgeschneiderte und überwachte Konzepte haben hierbei bereits sehr gute Ergebnisse zu zeigen begonnen.

Bitte beachten Sie, daß diese Patienteninformationen in keinem Fall den persönlichen Kontakt zu einem Facharzt Ihres Vertrauens zu ersetzen vermag! Sie sollen lediglich eine breitere Basis zum Verständnis für weiterführende Maßnahmen in einer fachärztlichen Praxis schaffen! Zu Indikation, Risiken und Nebenwirkungen einer Therapie kann nur ein Facharzt Ihres Vertrauens bei einem persönlichen Kontakt rechtsverbindlich informieren!


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.