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Kreuzbein & Steißbein

Das Steißbein Os coccygis unterhalb des Kreuzbeins Os sacrum mit dem davor liegenden Ganglion impar als sehr wichtigem Nervenquellknoten des unteren Rückens und der Hüfte ist eine besonders wichtige Relais-Station für die iliosakrale innere Hüfte, das Becken mit dem Beckenboden und den beiden Corestabilisatoren Iliopsoas und Piriformis. Das Steißbein und das dem Kreuzbein spielen bei der Diagnostik und Therapie von Rückenschmerzen, Hüftschmerzen und Ischiasschmerzen nicht nur in der Gynäkologie, sondern auch in der Rheumatologie und Physikalischen Medizin eine besonders hervor zu hebende Rolle.

Die Fachbegriffe für das Steißbein Os coccygis, den davor liegenden, neurovegetativen Nervenquellknoten Ganglion impar sowie die Bezeichnung Coccygodynie für die oft schwer zu beschreibenden, aber äußerst quälenden Schmerzen in dieser Region mögen zwar etwas sperrig klingen. Aber das oft sehr heftig schmerzhaft quälende, und auch sonst sehr beeinträchtigende medizinische Problem erfährt momentan in den ärztlichen Fachkreisen eine zunehmende Aufmerksamkeit. Und endlich auch zunehmend wirklich nachhaltig passende neue Lösungsansätze. Mit  schmerzhaftem Steißbein, oft in Verbindung mit "ISG", stellen sich überwiegend Frauen vor und sind dann nach langen Zeiten der Frustration, mit Odysseen durch die verschiedensten Praxen von (m/w) Ärzten, Osteopathen, Physiotherapeuten und Heilpraktikern, so ziemlich am Ende ihrer Geduld.

Das Steißbein Coccyx befindet sich direkt unterhalb des Kreuzbeins. Anders als das Kreuzbein und die Wirbelsäule besitzt es keinen Nervenkanal mehr. Seine Nervenversorgung kommt aus dem Rückenmark über den Spinalkanal sowie aus dem paarigen vegetativen Grenzstrang bis unterhalb des Kreuzbeins. Es besitzt aber kleine Zwischenwirbelknorpel, also kleine Mini-Bandscheiben, und diese werden aus den verschiedenen Nervensystemen versorgt. Ein besonders wichtiges Geflecht aus vegetativen Nervenfasern liegt direkt vor dem Coccyx, heißt Impar-Ganglion (un-paarig, also nicht zwei Hälften) und versorgt den Beckenboden und teilweise auch die Organe des tiefen Beckens. Es scheint für hormonelle Einflüsse und für Stress sehr empfänglich zu sein; sowohl anhaltenden psychovegetativen Stress als auch den Stress durch langes Sitzen, aber natürlich auch durch Schwangerschaften, Geburten und Stürze auf das Gesäß. Frauen sind wohl häufiger davon betroffen als Männer: zumindest kommen sie wesentlich häufiger mit den entsprechenden Beeinträchtigungen zum Arzt (Gynäkologie...) als Männer (Urologie.../Proktologie...).

Chronischer Steißbeinschmerz durch eine gestauchte/gezerrte Steißbeinbandscheibe ist sicher so beeinträchtigend wie eine "Blockade" des der iliosakralen inneren Hüfte und wird höchstwahrscheinlich oft auch mit einer solchen verwechselt. Ebenso häufig sind Verwechslungen mit Bandscheibenschäden sowie Reizzuständen der kleinen Wirbelgelenke des unteren Rückens.  Die Corestabilsatoren Psoas und Piriformis sowie die tiefen Faszien sind, wie erwähnt,  eng mit dem Steißbein, seinen Bandscheiben und dem Impar-Nervengeflecht verwoben.

Jede Therapie des Coccyx Schmerzes mit neurovegetativer Impar-Symptomatik setzt natürlich die gesicherte Diagnose der Schmerzquelle voraus und die Lösung des gefundenen Steißbeinleidens dürfte kaum in der Apotheke, und selten in der "gewöhnlichen" Physiopraxis oder im Fitnessstudio zu finden sein. Wie also vorgehen?

Die Diagnostik bei bereits länger anhaltenden erfolgt nach der Beschwerdeschilderung und der körperlichen Untersuchung zunächst mittels Schnittbildgebung Kernspin MRT oder auch seltener Computertomografie CT. Die Fragestellung muss dem Kernspinradiologen klar sein, damit er aus der Fülle der Schnittmöglichkeiten die geeigneten benutzen kann. Es erfordert allerdings einer doch gewissen Erfahrung, aus der Fülle der Informationen die relevanten Zuordnungen zu finden. Funktionsaufnahmen des Steißbeins im Sitzen können notwendig sein. Der erfahrene Spezialist kann aber in der Zusammenschau von Vorgeschichte, Beschwerden, körperlichen Befunden und den gezielt angefragten Schnittbildern eine Fokussierung auf das Relevante vornehmen.

Meist sind noch einige bildgesteuerte diagnostische Einspritzungen ("diagnostische Blockaden") erforderlich: an und auch in die suspekten Bandscheiben, an die Nervenwurzeln, die Hinterwurzelknoten, das Impar, die Wirbelgelenke, in und an die Kreuzdarmbeinspalten/-Faszien, sowie auch den Piriformismuskel und an myofasziale Triggerpunkte. Patientinnen und Patienten mit Angst vor Spritzen kann so nicht geholfen werden.  Dann wird es schwierig und es kann meistens nur noch eine allgemeine Schmerztherapie mit Schmerzmitteln und Entspannungsverfahren sowie Psychopharmaka erfolgen, wozu es jedoch keines Interventionsspezialisten mehr bedarf.

Manche Patientinnen und Patienten verwechseln die diagnostischen Spritzen mit der eigentlichen Behandlung und reagieren trotz vorheriger Information enttäuscht, ungehalten und verärgert, wenn die diagnostische Blockade nach einiger Zeit wieder ihre Wirkung verliert.  Manchmal ist tatsächlich keine akzeptable ursächliche, biostrukturell orientierte Therapie-Option mehr vorhanden: bei zentralnervös multimodal fixierter Schmerzkrankheit bleibt nur die multimodale Schmerztherapie oder neurostimulative interventionelle Schmerztherapie mit dem Schmerzschrittmacher sowie Begleitprogrammen. Schmerzschrittmacher, Nervenverödungen und eingreifenderen Operationen sind bei der quälenden Coccygodynie also nicht immer zu vermeiden: ich kooperiere mit spezialisierten neurochirurgischen/interventionsalgesiologische Kollegen in den entsprechenden Zentren in München und in Kempten.

Bitte beachten Sie, daß diese Patienteninformationen in keinem Fall den persönlichen Kontakt zu einem Facharzt Ihres Vertrauens zu ersetzen vermag! Sie sollen lediglich eine breitere Basis zum Verständnis für weiterführende Maßnahmen in einer fachärztlichen Praxis schaffen! Zu Indikation, Risiken und Nebenwirkungen einer Therapie kann nur ein Facharzt Ihres Vertrauens bei einem persönlichen Kontakt rechtsverbindlich informieren!


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.