Iliosakral & Bandscheibe

Wechselbeziehung: Iliosakralgelenk und Bandscheiben

Iliosakral & Bandscheibe

Das rechte und das linke Iliosakral- oder Kreuzdarmbeingelenk stellen die Nahtstelle zwischen dem Kreuzbein, Os sacrum, und dem Darmbein, Os ileum dar. Das Kreuzbein bildet die Basis der gesamten Wirbelsäule, während das Darmbein als Teil der Beckenschaufel mit der nach unten eingefügten Hüftpfanne den Beginn des Oberschenkels darstellt.

Für sehr viele Menschen sind die "innere Hüfte“ und das "untere Kreuz“ gleichbedeutete Synonyme für das Gesäß und die Iliosakralregion.

Die iliosakrale Knochenspalte oder auch Kreuzdarmbeinfuge ist kein Gelenk im üblichen Sinn. Es existieren keine wirklichen, Bewegung hervorrufenden Gelenkmuskeln. Die einzigen dieses Gelenk übergreifenden Muskeln sind der sehr flache, aus dem inneren Becken zur hinteren Hüfte ziehende birnenförmige Musculus piriformis sowie der von der Lendenwirbelsäule zur Hüfte ziehende Hüftbeugemuskel Musculus iliopsoas. Die beiden aneinander stoßenden Knochen Os sacrum und Os ileum sind jeweils von einer unterschiedlich starken Knorpelschicht überzogen. Die genaue Anatomie und Funktion werden erst jetzt wirklich ergründet.

Auf der Rückseite des Kreuzbeins bildet das iliosakrale Fasziensystem eine mehrere Zentimeter dicke, hochgradig sensible, neuromesenchymal-fasziale großflächige Bindegewebsplatte, die sich nach unten in die verschiedenen Beckenbänder und nach oben in die tief liegende thorakolumbale Rückenfaszie fortsetzt.

Das Sakrum und das Ileum selbst sind sehr komplexe knöcherne Strukturen mit einer äußeren Knochenrinde als Fortsetzung der Faszienplatten und einem darin eingebetteten, sehr stark durchbluteten Knochenmark, das bis ins hohe Alter auch als „Brutstätte“ von Blut- und anderen Stammzellen fungiert. Im Sakralkanal verlaufen außerdem die letzten Nervenfasern des Rückenmarkkanals samt ihrer paarigen vegetativen Nervenknoten/Ganglien.

Viele immunologische Störungen machen sich so auch in dem Sacroiliacal-Joint bemerkbar und sehr lange können  am hinteren Beckenkamm auch Stammzellen für die sich stürmisch entwickelnde Stemcell-Medicine gewonnen werden.

Über recht komplexe bioregulative Interaktionen, aber auch durch die direkte Biomechanik stehen so die Bandscheiben, Lendenwirbel, die Rückenmarkshäute im Wirbelkanal und die Kreuzdarmbeinfuge in engster Wechselbeziehung auch mit Auswirkungen auf die Organe des Beckens und des Bauchraumes.

Entzündlich rheumatische Erkrankungen wie der Morbus Bechterew, die Sakroiliitis sowie die Nervenfasergeflechte bei ankylosierender Spondylarthritis und Spondylitis, Psoriasisarthritis, haben neben den Bindegewebs-Knochenübergängen an den Wirbelkörpern und den Wirbelgelenken im Übrigen auch an Sehnenübergängen z.B. am Fersenbein als Enthesitiden eine sehr große klinische Bedeutung.

Tief sitzende Rückenschmerzen und Hüftschmerzen habe nach heutiger Meinung in etwa  1/4 bis 1/3 aller Fälle ihre Ursache im Kreuzdarmbeingelenk.

Bei Patientinnen und Patienten mit Bandscheibenschäden nach Bandscheibenvorfall und noch häufiger nach Wirbelversteifungs-Operationen wird der Anteil von iliosakralen Schmerzen noch weit wesentlich höher eingeschätzt.

Nur ein sehr geringer Anteil von Rückenschmerzen ist allein durch einen Bandscheibenvorfall verursacht, im größten Teil der Rückenschmerzen, englisch Low Back Pain LBP  bezeichnet, muss wohl das tiefe bindegewebige Fasziensystem eine wesentliche Mitverursachung bedingen.

Das iliosakrale Gelenk ist derzeit eines der faszinierendsten Forschungsgebiete in der Faszienmedizin, der Rheumatologie, aber auch in der Neurochirurgie und es fungiert immer noch als Übungsstelle in der Ausbildung von Ärztinnen/Ärzten und Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten zur Chirotherapie und Osteopathie.

Die engen anatomischen und funktionellen Wechselbeziehungen von Bandscheiben, Hüfte und Kreuzdarmbeingelenken und auch dem Ischiasnerv führen zu erheblichen differentialdiagnostischen Herausforderungen:

Manche Operation an „der Hüfte“ und an „der Bandscheibe“ fallen für Operateur und Patientin/Patient auch deswegen nicht wirklich befriedigend aus.

Das Recht auf (oder vielleicht schon bald die Pflicht zur) Zweitmeinung vor einer OP am unteren Rücken oder an der Hüfte oder auch an der iliosakralen Knochenfuge sollte deswegen auf einer entsprechend profunden Erfahrung des beauftragten Spezialisten beruhen.



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Dr. Peter Sigg

Bandscheibenzentrum Dr. Sigg, Deutschland

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