Diagnose und Krankheitsbilder

Der Hexenschuss

Was ist ein Hexenschuss?

Der Hexenschuss ist ein plötzlicher intensiver Kreuzschmerz mit oder ohne Schmerzausstrahlung in in die Hüfte und das Bein. Der Hexenschuss wird auch als Blockade, Lumbago oder akute Lumbalgie bezeichnet

Wenn ein Hexenschuss immer häufiger auftritt, sollte ein Spezialist zugezogen werden. Wiederholte zu intensive Deblockierungen können zu Dauerschäden in den Knochenrinden und zu einem chronisch schmerzhaften Facetten- & ISG-Syndrom führen.

Der Hexenschuss oder das akute Facetten- & ISG-Syndrom tritt anfallsartig auf. Es hat sich weder ein Wirbel verschoben, noch ist eine Bandscheibe verrutscht. Vielmehr ist der Übergang zwischen der Lendenwirbelsäule, dem Kreuzbein und den Hüften/Darmbeinen akut überreizt. Die Schmerzen werden durch intensiv gereizte Knochenrinden, Gelenkkapseln, übersteuernde Nervenrezeptoren und vor allem einen intensiven Spasmus der Corestabilisatoren Piriformis und Iliopsoas ausgelöst.

Der Hexenschuss ist ein akuter, sich bei unsachgemäßer Therapie aber immer häufiger wiederholender stechender intensiver Schmerz und spastischer Muskelkrampf im unteren Rücken und in der Hüfte.

Bilder Hexenschuss

Der akute Hexenschuss ist ein Warnzeichen! Er sollte nicht zu sehr bagatellisiert werden! Wenn er immer häufiger auftritt, sollte einmal auch ein Spezialist eine eingehendere Analyse vornehmen. Unsachgemäßige Therapien führen häufig zur Chronifizierung!

Die Behandlung der akuten Blockade zielt zunächst einmal auf die Lösung des reaktiven örtlichen spastischen Muskelkrampfes und der intensiven Schmerzreaktion. Zu intensive "Deblockierungen" können zur weiteren Dysfunktion führen. Auch ein Gleitwirbel des unteren Rückens, eine Arthrose & Arthritis oder eine Fibrose/Vernarbung an LWS und ISG sowie ein Bandscheibenvorfall Prolaps oder sogar eine instabile Bandscheibenvorwölbung Protrusion müssen therapeutisch berücksichtigt werden. Zunehmend besser erkannt sind die Rolle von Psoas, Piriformis, Faszien und Steißbein bei der Wiederherstellung der sensomotorischen Corestability der Körpermitte. Diese Strukturen und ihre komplexen Interaktionen sollten  unbedingt noch viel mehr in die spezielle interventionelle Therapie und Prävention wiederholter Hexenschüsse integriert werden.

Die OP eines Hexenschusses halte ich für keine wirkliche Option. Eine OP ist nur bei einer absoluten Instabilität zu erwägen. Mittlerweile gibt es jedoch auch schonende gezielte Interventionen.

Die Prophylaxe von Rezidiven eines Hexenschusses ist mehr als sehr komplex. Sie erfordert mehr als Muskelkraft. Ein hyperaktiver Muskel kann sogar zu vermehrten Blockaden führen. Die Stärkung der so wichtigen Körpermitte, die Wiederherstellung der sensomotorischen Corestability steht vorbeugend absolut im Vordergrund langfristig angelegter Maßnahmen. Spezielle CT-gesteuerte Injektionen am ISG, an die Nervengeflechte und in den Piriformis können helfen, einen chronisch rezidivierenden Hexenschuss wieder "in den Griff zu bekommen".

Übungen zur Therapie und Prophylaxe eines Hexenschusses sind am besten unter individueller Anleitung und Überwachung durchzuführen. Gut geeignet sind sind auch personalisiert aufgebaute und überwachte Online-Rehaprogramme, die zunehmend auch eine medizinische Zertifizierung vorweisen können. Das "Zauberwort" heisst Sensomotorik, d.h. die gezielte Wiederherstellung einer starken Mitte.


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.