Diagnose und Krankheitsbilder

Entzündungen 

Entzündungen der Bandscheibe, des ISG und der inneren Faszien

Entzündungen = Reizzustände der Bandscheibe, des Iliosakralgelenks ISG und der inneren Faszien im Rücken und in der Hüfte können dauerhaft störende innere Narben hinterlassen: aktuelle Fakten und neue Therapien

Anhaltende hormonell und neurovegetativ bedingte, immunreaktive - auch als "rheumatisch" zu bezeichnende - Entzündungen der inneren Faszien können chronisch und irreversibel werden: "Beinlängenausgleich", "Dehnungen", "Rollen und Bälle", "Einrenk-Manöver", aufzubauendes "Muskelkorsett" können die so entstehende myofasziale Rückenfibrose, Rückenarthrose mit dekompensierenden Segmenten und einer schmerzhaft lähmenden Spinalkanalstenose - sowie natürlich auch zu einer (nachvollziehbaren...) die psychosozialen Aspekte umfassenden multimodalen Schmerzkrankheit führen.

Eine Entzündung ist eine biologische Reaktion von Gewebe. Schmerz eines der 5 Symptome jeder Entzündung. Diese Reaktion kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein und betrifft immer - also auch bei einer vermeintlich nur umschriebenen Lokalisation - das gesamte Immunsystem des Organismus: mit seinen neurovegetativen/hormonellen Systemen, die sich im Zellgewebe auswirken. Anhaltende neurovegetative Überreaktionen sowie primär entzündlich rheumatische Prozesse führen zu eine Kaskade von Vorgängen, die nicht "nur" Schmerzen sondern schließlich auch dauerhafte Gewebsveränderungen wie schmerzhafte Narben (Fibrosen) und Gewebszerstörungen (Nekrosen) zur Folge haben können.

Die 5 klassischen Symptome einer örtlichen Entzündung sind seit dem Altertum: Dolor (Schmerz), Calor (Überwärmung), Rubor (Rötung), Tumor (Schwellung) sowie Functio laesa (eingeschränkte Funktion). Selbst eine primär örtliche Überreizung/Entzündung kann aber auch allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, reduzierte körperliche Belastbarkeit mit schnellerem Puls verursachen.

Bilder Entzündungen

Bei oberflächlich gelegenen Geweben können Entzündungen schon allein durch die Inspektion und Palpation gestellt werden: eine druckempfindliche, geschwollene, überwärmte, gerötete Stelle z.B. der Haut oder einer oberflächlichen direkt unter der Haut tastbaren Gelenkkapsel. Tief liegende bioanatomische Strukturen wie die Bandscheiben, die Iliosakralgelenke ISG oder der Spinalkanal mit den Wirbelfacettengelenken und seiner bindegewebigen epiduralen Auskleidung können mit dem bloßen Auge nicht beurteilt - und auch nicht getastet werden! Hier hat die Kernspintomografie MRT den Durchbruch bei der Früherkennung von Entzündungen in der Lendenwirbelsäule, dem Kreuzdarmbeingelenk und in den Hüften gebracht. Bei einer Blutabnahme im Labor können manchmal sogar entsprechende rheumatologische Laborparameter nachweisbar, bei einer Entzündung durch Bakterien der Erregernachweis zur gezielten Antibiose wichtig sein.

Die Therapie eines entzündeten, überreizten Gewebes sollte möglichst ursächlich gezielt erfolgen. Natürlich lassen sich manche Symptome wie vor allem der Schmerz (Dolor) durch Schmerzmittel unterdrücken. Der entzündliche Prozess schreitet dann aber weiter: und kann irgendwann irreversible Dauerschäden wie Gelenkzerstörungen (osteoarthritisch aktivierte Arthrosen) und Gelenkeinsteifungen (Arthro- Fibrosen) oder narbige Einengungen (Stenosen) im Spinalkanal oder sogar ja auch in den Arterien hinterlassen. 

Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und einem ausgewogenen Wechsel von körperlicher Tätigkeit und erholsamen Ruhepausen ist zwar wünschenswert, aber im heutigen Leben nicht immer wirklich befriedigend machbar. Ständige Entzündungen, ständige Müdigkeit und vorzeitige Alterung sind die Tribute an unser ständig bis an die Grenzen belasteten Immun- & Hormonsystems samt den vegetativen Regelkreisen von Sympathikus und Parasympathikus. Sind diese Systeme durch andauernde Überlastung erst einmal nachhaltig gestört, wird es schwierig, Entzündungen allein durch Pillen und Übungen zu entkommen.

Entzündungen durch immunpathogene Faktoren sind mittels Übungen nicht zu beseitigen. Natürlich sind bei Arthrose, Arthritis, Fibrose, Rheuma durch Übungen einsteifenden Vorgänge geringfügig zu bremsen. Und selbstverständlich sind durch adäquate Trainingsprogramme - wie auch durch adäquate Ernährung und sonstige Lebensführung - die Regulationssysteme, die bei einer entzündlichen Dekompensation eine sehr  zentrale Rolle spielen, positiv zu beeinflussen. Aber die Tatsache, dass in den Medien ständig neue Übungen gezeigt werden, könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass bislang noch kein wirklicher befriedigender Weg gefunden worden ist. Patientinnen und Patienten mit bereits manifesten Destruktionen durch immunreaktiven Entzündungen  einer Arthritis, Arthrose und Rheuma  im unteren Rücken und in der Hüfte sollten aber vor Überforderungen durch übertriebene "Übungen" bewahrt bleiben.  


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.