Diagnose und Krankheitsbilder

Die Arthrose

Was ist eine Arthrose?

Genetische und immunologische Faktoren können zu schmerzhaft einschränkenden Veränderungen der Lendenwirbel und des Iliosakralgelenks, d.h. zur Spondylarthrose und ISG Arthrose führen.

Fakt bleibt, dass durch die bisherige Fokussierung auf "Abnutzung", "Knorpelschmiere" & "Entlastung" die tatsächlichen Ursachen, die zu Arthrose & Arthritis führen, oft noch nicht wirklich therapeutisch ursächlich angegangen werden.

Arthrose bedeutet also nur das "Leiden des Gelenks". Standen bis vor wenigen Jahren nur der Tastbefund, die Bewegungswinkel und das Röntgenbild zur Beurteilung der Gelenke zur Verfügung, so ist erklärlich, dass viele der noch gebräuchlichen Arthrose Definitionen die eigentlichen (immunologischen) Vorgänge der arthrotischen und arthritischen Gelenkveränderungen nicht wirklich erfassen. Erst durch die Erkenntnisse der Kernspintomografie, der Immunologie/Rheumatologie einschließlich der Genetik sind die Entwicklung einer Arthrose besser verständlich geworden. Die neuen Erkenntnisse haben aber die bisherigen Vorstellungen von der Entwicklung einer Arthrose "vom Kopf auf die Füße" zu stellen begonnen. Die Arthrose ist ein Gelenk-Leiden, das zunehmend zu Verlust von Struktur und Funktion der Gelenke führen kann. Knorpel, Gelenkhülle und Knochen bilden eine Einheit, die bei Arthrose als Komplex zur Dekompensation, zur "Einsteifung" führen können.

Die Arthrose führt oft zu Belastungsschmerzen und Bewegungsschmerzen. Wenn das Gelenkgewebe überreizt ist, spricht man von einer Aktivierung, als zum Beispiel einer aktivierten Wirbelfacetten- oder Spondylarthrose. Spondylarthrosen der unteren Lendenwirbelsäule treten sehr häufig in Kombination mit ISG-Arthrose auf und sind von den Symptomen her oft kaum zu unterscheiden. Eine Arthrose Aktivierung oder Arthritis kann im MRT erkannt werden. Die knöchernen Verformungen einer Arthrose sind dagegen oft besser im CT zu erkennen. Ob die Arthrose, bzw. Arthritis von LWS oder ISG für die tiefen Rückenschmerzen verantwortlich ist, kann eigentlich nur durch ein gezielte Testinfiltration unter Realtime-Bildkontrolle beurteilt werden.

Bilder Arthrose

Die Diagnose Arthrose oder Arthritis an der Lendenwirbelsäule, im Kreuzdarmbeingelenk und am Steißbein kann wegen der tief versteckten Lage im unteren Rücken nur durch moderne Bildgebung wie MRT und CT gestellt werden. Die Aufnahmen mittels konventioneller Röntgen-Projektionen sind in ihrer Genauigkeit und entsprechenden therapeutischen Konsequenz dagegen immer weniger relevant. Für die frühe Diagnose Arthrose und Arthritis an LWS & ISG und auch ihrer weiteren Verlaufsbeurteilung bieten CT und vor allem auch MRT heute weitaus die wichtigsten Möglichkeiten. Während Neurochirurgen meistens nur nach Engstellen für durchziehende Nervenwurzeln fahnden, suchen Rheumaschmerzspezialisten auch gezielt und penibel nach Schmerzquellen durch Arthrose, Arthritis und Bindegewebsentzündungen in der LWS und am/im ISG.

Die ursächliche Therapie von Arthrose steckt noch ziemlich in den Anfängen. Die Schulmedizin empfiehlt bislang in ihren Leitlinien Schmerzmittel, entzündungshemmende Mittel einschließlich Cortison sowie die Fortsetzung regelmäßiger "Übungen zur Muskeldehnung und Muskelkräftigung in eigener Regie" wie zuvor von der(?!) Physiotherapie instruiert. Viele Patientinnen und Patienten mit einschränkenden Rücken- und Hüftschmerzen durch Arthrose und "Rheuma"/Arthritis suchen deshalb in allen möglichen Illustrierten, in Ratgeberbroschüren und bei Heilpraktikern nach "Wundermitteln" und "Wunderübungen": oft aus der berechtigten Sorge, dass sonst irgendwann eine OP zur ISG- und Lendenwirbelversteifung oder zum Hüftgelenkelenkersatz TEP bei einer Hüftarthrose (Coxarthrose) anstehen könnte. 

Eine OP an LWS & ISG ist wirklich immer erst dann angezeigt, wenn wirklich keine biologisch schonenderen minimalinvasiven Möglichkeiten mehr zu erkennen sind. Die Medien werden nicht müde, die steigenden Zahlen für OPs an Hüfte und Rücken anzuprangern. Nicht jede OP ist kontraindiziert! Wenn eine OP notwendig geworden ist, muss allerdings trotzdem nochmals analysiert werden, in welchem Kontext die Arthrose (oft mit Stenose) entstanden ist. Und ob künftig für neue minimalinvasive Alternativen nicht rechtzeitig der Zeitpunkt zur Intervention und Funktionsregeneration besser erkannt und genutzt werden sollte. 

Einer Arthrose von LWS & ISG sollte vor allem bei entsprechender genetischer Veranlagung möglichst früh entgegen gewirkt werden. Die Genetik, Immunologie und Rheumatologie werden in Verbindung mit der Entwicklung neuer Zellbotenstoff-Medikamente und Genetic-Engeneering sicher noch manche Disruption bewirken. Arthrose-Prophylaxe im breiten Umfang dürfte aber wohl nicht allein Sache der Gen- & Pharmaindustrie werden. Die neuen Erkenntnisse der Faszien- und Regulationsmedizin sowie manche Ansätze der ernsthaften Komplementär- & Alternativmedizin bieten wohl mindestens so interessante Ansätze zur Erhaltung der Bewegungs- und Lebensfreude in der zweiten Lebenshälfte.

Bei Übungen im Zusammenhang mit Arthrose sollte unbedingt ein Grundverständnis zum Verlauf einer  Arthrose mit Aktivierungen (Arthritis) und nachfolgenden narbigen Fibrosierungen vorhanden sein. Die früheren Einteilungen einer Arthrose nach Röntgenbildern haben insbesondere an der LWS und ISG ohnehin nie wirklich viel therapeutische Konsequenz erlaubt. An der LWS die Spondylarthose und am ISG die Iliosakral- oder ISG-Arthrose sind weniger allein durch die Knorpelveränderungen, als vielmehr durch die Vernarbungen der Umgebung von wesentlich größerer Bedeutung. "Schmiermittel" wie Hyaluronsäure haben deswegen an LWS & ISG keine besonders große bis keine Relevanz. Was bei der Arthrosetherapie am unteren Rücken und am Übergang des Rückens in den Beckenring mehr zählt, ist der bestmögliche Erhalt der Elastizität der tiefen zusammenhaltenden Faszien. Sind sie narbig spröde, neigen sie zu weiteren feinen Haar-Rissen und weiteren entzündlichen Entwicklungen bis in die Knochenrinde und die darunter liegenden Knochenschichten. Diese Veränderungen sind aber nicht im Röntgen, sondern im MRT (spezielle "T2w-Sequenzen, evtl. auch STIR-Sequenzen") zu sehen. Wenn in entzündlich aktivierte Arthrosen hinein "mobilisiert" wird, kann das bleibende negative Auswirkungen zeigen. Umgekehrt ist bei allzu großer Zurückhaltung eine fortschreitende Rückbildung und Insuffizienz der Strukturen später einmal kaum noch zu kompensieren. Vor wirklich zielgerichteten "Arthrose-Übungen" ist deshalb stets eine möglichst fundierte Analyse und entsprechende angepasste Übungsbehandlung anzuraten: was in unserer "alternden Gesellschaft" wohl noch mindestens so große Umsetzungsschwierigkeiten wie z.B. bei Leiden der Kardiologie, Diabetologie, Onkologie, etc. bereiten wird. Glücklicherweise hat die Digitalisierung sowohl das Wissen um die Vorgänge bei Arthrose, Arthritis, Aktivierungen, Fibrose & Spinalkanalstenose, aber auch die gemeinsame Tele-Bildbefundung und die notwendige Überbrückung von Distanzen zur Tele-Übungskontrolle schon deutlich voranzubringen begonnen.


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.