Diagnose und Krankheitsbilder

Die Arthrose

Was tun bei Arthrose in der Hüfte?

Genetische und immunreaktive Faktoren können zu schmerzhaften und zunehmend einschränkenden Umbauten im Bereich der Hüfte (Coxarthrose), des Iliosakralgelenks (ISG Arthrose), der Bandscheibe (Osteochondrose) und der Lendenwirbel (Spondylose mit Spinalkanalstenose) führen.

Fakt bleibt, dass durch die bisherige Fokussierung auf Knorpel-Abnutzung im Röntgenbild und die bisherigen "Therapien" wie Knorpel-Schmierung durch Gelenk-Spritzen, endoprothetischer Gelenk-Ersatz sowie reine Schmerztherapie die eigentliche Immunpathologie von Arthrose & Osteoarthritis nicht wirklich ursächlich angegangen wurde.

Arthrose ist das (häufigste) "Leiden des Gelenks". Nur Schicksal und "nichts-zu-machen"...?

Bis vor wenigen Jahren standen nur der Tastbefund, die Bewegungswinkel und das Röntgenbild zur Beurteilung der Gelenke im Vordergrund. So ist erklärlich, dass viele der heute noch gebräuchlichen Arthrose -Definitionen die eigentlichen, immunologischen Vorgänge der arthrotischen und osteoarthritischen Gelenkveränderungen nicht wirklich erfassen und deshalb auch nicht kausal/ursächlich gerichtet therapeutisch berücksichtigen können.

Durch die heutige zur Verfügung stehende spezielle Kernspintomografie, sowie vor allem durch sehr viele Fortschritte in der Genetik7Immunologie/Rheumatologie und der Gen-Biotechnologie ist endlich auch die Entwicklung einer Arthrose (international: "Osteoarthritis") besser verständlich und hat zu neuen therapeutischen Optionen außerhalb der heutigen Schmerzmittel-, Akupunktur-, Physiotherapie- und Ersatzteilmedizin geführt. Die neuen Erkenntnisse und Entwicklungen die bisherigen Vorstellungen von der Entstehung der Arthrose endlich ebenfalls "vom Kopf auf die Füße" zu stellen begonnen.

Die Arthrose ist keine mechanische Abnutzung durch Überlastung, kein Knorpelabrieb durch fehlende Gelenkschmiere - sondern ein immunreaktives Gelenk-Leiden, das zunehmend zu Verlust von Struktur und Funktion sämtlicher Strukturen der Gelenke führt. Knorpel, Gelenkhülle / Gelenkkapsel, Knochenrinde und Knochenmark bilden eine Einheit, die bei der Arthrose/ Osteoarthritis zur Zerstörung und zur schmerzhaften Bewegungseinschränkung bis hin zur Unbeweglichkeit führen können. Das gilt für sämtliche Gelenke, sowohl an den Finger-, wie an den Zehengelenken, den Wirbelsäulen- wie den Hüft- und Kniegelenken.

Die Arthrose führt oft zu Belastungsschmerzen und Bewegungsschmerzen. Wenn das Gelenkgewebe überreizt ist, spricht man von einer Aktivierung, als zum Beispiel einer aktivierten Wirbelfacetten- oder Spondylarthrose. Spondylarthrosen der unteren Lendenwirbelsäule treten sehr häufig in Kombination mit ISG-Arthrose auf und sind von den Symptomen her oft kaum zu unterscheiden. Eine frühe Arthrose mit Aktivierung oder Arthritis kann nur im MRT erkannt werden. Die knöchernen Verformungen einer Arthrose sind dagegen oft besser im CT zu erkennen. Erst spät sind Arthrosen im konventionellen Röntgenbild zu sehen.

Ob eine aktivierte Arthrose, bzw. eine Arthritis von LWS oder ISG oder eine Bandscheibe oder die tiefen Faszien im Spinalkanal für die Schmerzen verantwortlich sind, kann differenzialdiagnostisch letztlich aber immer nur durch gezielte Testinfiltration unter Realtime-Bildkontrolle beurteilt und dann einer weiteren, ursächlich gezielten Therapie der jeweiligen anatomischen biologischen Strukturen zugeführt werden.

Bilder Arthrose

Die Diagnose Arthrose oder Arthritis an der Lendenwirbelsäule, im Kreuzdarmbeingelenk und am Steißbein kann wegen der tief versteckten Lage im unteren Rücken nur durch moderne Bildgebung wie MRT und CT gestellt werden. Die Aufnahmen mittels konventioneller Röntgen-Projektionen sind in ihrer Genauigkeit und entsprechenden therapeutischen Konsequenz dagegen immer weniger relevant.

Für die frühe Diagnose Arthrose und Arthritis an LWS & ISG und auch ihrer weiteren Verlaufsbeurteilung bieten CT und vor allem auch MRT heute weitaus die wichtigsten Möglichkeiten.

Während Neurochirurgen meistens nur nach Engstellen für durchziehende Nervenwurzeln fahnden, suchen Rheumaschmerzspezialisten auch gezielt und penibel nach Schmerzquellen durch Arthrose, Arthritis und Bindegewebsentzündungen in der LWS und am/im ISG.

Die ursächliche Therapie von Arthrose steckt noch ziemlich in den Anfängen. Die Schulmedizin empfiehlt bislang in ihren Leitlinien Schmerzmittel, entzündungshemmende Mittel einschließlich Cortison sowie die Fortsetzung regelmäßiger "Übungen zur Muskeldehnung und Muskelkräftigung in eigener Regie" wie von der Physiotherapie instruiert.

Viele Patientinnen und Patienten mit einschränkenden Rücken- und Hüftschmerzen durch Arthrose und "Rheuma"/Arthritis suchen deshalb in allen möglichen Illustrierten, in Ratgeberbroschüren und bei Heilpraktikern nach "Wundermitteln" und "Wunderübungen": oft aus der berechtigten Sorge, dass sonst irgendwann eine OP zur ISG- und Lendenwirbelversteifung oder zum Hüftgelenkelenkersatz TEP bei einer Hüftarthrose (Coxarthrose) anstehen könnte. 

Eine OP an LWS & ISG ist aber immer erst dann angezeigt, wenn keine biologisch schonenderen minimalinvasiven Möglichkeiten mehr zu erkennen sind.

Die Medien werden nicht müde, die steigenden Zahlen für OPs an Hüfte und Rücken anzuprangern. Aber nicht jede OP ist kontraindiziert! Selbst wenn eine OP unumgänglich geworden ist, sollte trotzdem nochmals analysiert werden, in welchem Kontext die Arthrose entstanden ist und ob künftig minimalinvasive Alternativen zur noch rechtzeitigen Intervention und Funktionsregeneration schneller erkannt und genutzt werden könnten. 

Einer Arthrose von LWS & ISG sollte vor allem bei entsprechender genetischer Veranlagung möglichst früh entgegen gewirkt werden. Die Genetik, Immunologie und Rheumatologie werden in Verbindung mit der Entwicklung neuer Zellbotenstoff-Medikamente und Genetic-Engeneering sicher noch manche Disruption bewirken.

Rheuma- & Arthrose-Therapie könnte bald auch Sache der Gen- & Pharmaindustrie werden.

Neue Erkenntnisse der Faszien-Rheumatologie sowie der Komplementär- & Alternativmedizin bieten ebenfalls viele neue interessante Ansätze zur Erhaltung der Bewegungs- und Lebensfreude in der zweiten Lebenshälfte.

Bei Übungen im Zusammenhang mit Arthrose sollte unbedingt ein Grundverständnis zum Verlauf einer  Arthrose mit Aktivierungen (Arthritis) und nachfolgenden narbigen Fibrosierungen vorhanden sein. Die früheren Einteilungen einer Arthrose nach Röntgenbildern haben insbesondere an der LWS und ISG ohnehin nie wirklich viel therapeutische Konsequenz erlaubt.

An der LWS die Spondylarthose und am ISG die Iliosakral- oder ISG-Arthrose sind weniger allein durch die Knorpelveränderungen, als vielmehr durch die Vernarbungen der Umgebung von wesentlich größerer Bedeutung.

"Schmiermittel" wie Hyaluronsäure haben deswegen an LWS & ISG keine besonders große bis keine Relevanz.

Was bei der Arthrosetherapie am unteren Rücken und am Übergang des Rückens in den Beckenring mehr zählt, ist der bestmögliche Erhalt der Elastizität der tiefen zusammenhaltenden Faszien. Sind sie narbig spröde, neigen sie zu weiteren feinen Haar-Rissen und weiteren entzündlichen Entwicklungen bis in die Knochenrinde und die darunter liegenden Knochenschichten.

Diese Veränderungen sind aber nicht im Röntgen, sondern im MRT (spezielle "T2w-Sequenzen, evtl. auch STIR-Sequenzen") zu sehen. Wenn in entzündlich aktivierte Arthrosen hinein "mobilisiert" wird, kann das bleibende negative Auswirkungen zeigen. Umgekehrt ist bei allzu großer Zurückhaltung eine fortschreitende Rückbildung und Insuffizienz der Strukturen später einmal kaum noch zu kompensieren - was in unserer "alternden Gesellschaft" wohl noch mindestens so große Umsetzungsschwierigkeiten haben könnte, wie z.B. bei den Leiden der Kardiologie, Diabetologie, Onkologie.

Glücklicherweise hat die Digitalisierung sowohl das Wissen um die Ursachen von Arthrose, Arthritis, Rheuma, Aktivierungen, Fibrose & Spinalkanalstenose so wie auch die profunde Tele-Radiologie und die adapierte Online-Sprechstunde schon deutlich voran gebracht.


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.