Bandscheibenvorfall Definition

Protrusion = Prolaps = Bandscheibenvorfall?

Bandscheibenvorfall Definition

Vorwölbungen des Bandscheibenfaserringes in den Spinalkanal und in die Nervenaustrittskanäle (Neuroforamina/Neurorezessus) werden als Diskus- Protrusionen bezeichnet.

Aber ab wann ist eine Protrusion = Bandscheibenvorwölbung ein Prolaps = Bandscheibenvorfall?

Definitionen und Nomenklaturen haben sich in den vergangenen drei Jahrzehnten durch die neuen diagnostischen Möglichkeiten, allen voran das Kernspin MRT,  deutlich verändert.

Das Verhältnis der Breite zur Höhe ist wohl weniger wichtig als die genaue Lokalisation des hervortretenden  Bandscheibenanteiles in den Rückenmarkskanal hinein. 

Auch kann selbst eine breitbasige Vorwölbung beim Liegen wie in der Kernspin- Röhre kaum imponieren. Im Stehen kann aber vielleicht doch eine weitaus imposantere Massenverlagerung in den Spinalkanal sichtbar werden.

Bei der Definition Protrusion oder Prolaps sollte deswegen öfters auch der dynamische Aspek samt der ausgelösten klinischen Symptome berücksichtigt werden.

Selbst dann, wenn der Faserring sehr stark eingerissen ist und der Bandscheibenkern als Sequester in den Spinalkanal frei oder gedeckt „sequestriert“ ist, kann ein Bandscheibenvorfall immer noch von ganz unterschiedlichen Symptomen begleitet sein. Sequester rufen zwar häufig eine örtliche Reizung im Rückenmarkskanal aus, werden aber oft von den epiduralen Zellen wieder abgebaut und resorbiert.

Geringer imponierende Bandscheibenvorfälle oder sogar zunächst im MRT "banal" erscheinende Bandscheibenvorwölbungen können - von der Lage abhängig - andererseits sehr massive Symptome auslösen.

Das Ausmaß der entzündlich gereizten örtlichen Reaktion und des örtlichen Druckes auf die Ischiasnerven-Wurzeln sind deshalb immer mindestens so wichtig wie die Beschreibung von Größe und Breite eines Diskusprolaps oder einer Diskusprotrusion. Und nur der erfahrene Spezialist wird die Möglichkeiten zur konservativen Therapie, d.h. die Bandscheibe bestmöglich erhaltenden Interventionen einschätzen und gegebenenfalls auch nutzen können. Denn die große Gefahr nach einer eingreifenden operativen Entfernung von Bandscheibengewebe sind die anschließende epidurale Narbenbildung und der weitere Kollaps der Zwischenwirbelscheibe mit instabilen Lendenwirbeln, schnell fortschreitender Arthrose der Wirbelsäule und ebenfalls rasch fortschreitender Spinalkanalstenose. 

Deshalb sollten heute alle Hoffnungen auf dem biologischen Erhalt der Bandscheibe und ihrer Funktionen in der Lendenwirbelsäule ruhen. Nicht jede Bandscheinenvorwölbung Protrusion und nicht jeder Bandscheibenvorfall Prolaps müssen abhängig von diesen Definitionen oder vom Vorhandensein eines Bandscheiben-Sequesters operativ entfernt werden. Protrusion, Prolaps und Sequester bedürfen der eingehenderen Analyse und Expertise!


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Dr. Peter Sigg

Bandscheibenzentrum Dr. Sigg, Deutschland

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